Unsere Reise 2019 Thüringer Wald – Rückschau


Sonntag, 25. August

Abfahrt um 8.00 Uhr am Gasthaus "Zur Bergstraße" in Richtung Schnett, einem Ortsteil von Masserberg. Auf dem Weg dorthin gab es einen Stopp in Gotha mit längerem Aufenthalt, der zur freien Verfügung stand. Im Schloss Friedenstein fand ein Barockfest statt. Eine Gruppe von Laiendarstellern in historischer Kleidung lustwandelte durch das Schloss, die Orangerie und die Stadt. Einige Reiseteilnehmer nutzten die Zeit zum Mittagessen auf dem Platz vor dem Rathaus. Andere besuchten die Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie das Augustinerkloster mit seinem historischen Kreuzgang von 1366 sowie die Margarethenkirche, eine spätbarocke Hallenkirche. Anschließend ging die Fahrt weiter nach Schnett in unser Hotel und nach der Zimmerverteilung trafen wir uns zum Abendessen.

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Montag, 26. August

Um 9.00 Uhr gemeinsame Abfahrt nach Breitenbach mit unserem Reiseleiter Herrn Greiner.

Für die Wanderer begann hier der Rundweg durchs Vessertal, ein wildromantisches Biosphärenreservat. Etwa 17 km lang und ca. 450 m leicht ansteigend ging es immer am Bachlauf der Vesser entlang; durch Laubmischwald erreichten wir den Erholungsort Vesser mit seiner barocken Dorfkirche aus Fachwerk. Nach der Besichtigung ging es weiter zum nächsten Ziel, dem Gasthof Stutenhaus zur Rast. Ein Ausflugsziel, idyllisch gelegen am Waldrand mit Blick über die bewaldeten Hügel. Gestärkt wanderten wir nach Breitenbach, wo uns der Bus wieder abholte.

Die sogenannten Nichtwanderer fuhren mit unserem Reiseführer weiter nach Schwarzmühle, einem Ort im Schwarzatal. Bis zur Abfahrt des Zuges überbrückten sie die Zeit in einem Hotel mit herrlicher Aussichtsterrasse. Die sogenannte "Fürstenkutsche" brachte sie zur Oberweißbacher Bergbahn. Mit aussichtsreicher Fahrt ging es nun mit der steilsten Seilzugbahn in einem Cabriowagen nach Lichtenhain. Nach nochmaligem Umstieg war man schließlich in Cursdorf angekommen. Es folgte eine ca. 40-minütige Wanderung zum Fröbelturm, benannt nach dem bekannten Pädagogen, und das Ziel war erreicht. Vom Turm genossen einige die Fernsicht bis zum Brocken. Anschließend Heimfahrt ins Hotel.


Dienstag, 27. August

Gemeinsame Fahrt mit Herrn Greiner auf der Rennsteigstraße bis zum Obelisken, dem Dreistromstein, der die Wasserscheide von Elbe, Weser und Rhein kennzeichnet. Hier begann für die Wanderer die erste Etappe der Rennsteigwanderung über Limbach und Neuhaus bis zum Bahnhof Ernstthal (ca.14 km). Unterwegs zum Sandberg kamen wir an einem Gedenkstein vom 9. November 1989 vorbei, mit der gemeißelten Inschrift "Frei ist der Kammweg". Der Steig verlief mal rauf, mal runter, durch Hohl-, Wald- und Wiesenwege, sehr abwechslungsreich und schön. Kurz vor Neuhaus, in der Rennsteigbaude Bernhardsthal, machten wir Rast mit Rostbratwurst und anderen Köstlichkeiten. Durch Neuhaus ging es an Häusern vorbei, die regional typisch mit Schieferschindeln verkleidet waren, zum Bahnhof Ernstthal und dem Bus.

Die übrigen Teilnehmer fuhren mit Herrn Greiner nach Neuhaus. Hier wurde die Glasmanufaktur besichtigt. Mit einem Film wurden sie in die Geschichte der Glasbläser und der Firma eingeführt. Im kleinen gemütlichen Café, das zur Manufaktur gehört, genossen die meisten der Teilnehmer die typische Thüringer Rostbratwurst, bevor es in den Verkaufsraum ging. Anschließend fuhr man zum Rennsteig und zum Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Thüringer Wintersportler.

Hier verließen die so genannten Kurzwanderer den Bus und wanderten ca. 8 km auf dem Rennsteig, teils auf Wald- und Schotterwegen zur "Kalten Küche", ein Info-Zentrum mit Imbiss, wo der Bus sie abholte.

Die gemeinsame Besichtigung der Holzkirche in Neuhaus bildete den Abschluss dieses Tages. Als alle Teilnehmer beisammen waren, spendierte Herr Greiner einen köstlichen Ingwerlikör.


Mittwoch, 28. August

9.00 Uhr Abfahrt zum Besuch der kulturgeschichtlich bedeutenden Stadt Weimar. Der Tag stand zur freien Verfügung. Diese Stadt bietet viele Möglichkeiten – da war bestimmt für jeden etwas dabei. So konnte man nach Interesse und Neigung die Stadt mit einer Bus-Tour oder zu Fuß besichtigen, oder einfach durch die Straßen und Gassen bummeln und in einem der vielen Cafés einkehren. An diesem Tag fand auch im Garten des Goethehauses ein Fest statt, anlässlich seines 270. Geburtstages.


Donnerstag, 29. August

Gemeinsame Fahrt auf der Rennsteigstraße in Richtung Oberhof. Für einige Wanderer ging es nun auf ihre zweite Rennsteig-Tour. Die erste Gruppe verließ den Bus schon in Mordfleck (Bushaltestelle) und wanderten an dem höchstgelegenen Gasthaus des Rennsteiges "Schmücke" vorbei in Richtung Oberhof. Das Wetter war gut für einen Abstecher zum zweithöchsten Berg von Thüringen, dem 978 m hohen Schneekopf. Durch einen neuen Turmbau wurde dieser Berg auf 1001 m. erhöht. Zu DDR-Zeiten war dieser Gipfel Sperrgebiet des russischen Militärs. Der Turm bot einen traumhaften Rundblick. Mit viel Glück kann man am Gipfel die Schneekopfkugeln finden. Es sind kugelige Porphyrdrusen, in deren hohler Mitte sich Kristalle gebildet haben. Gefunden haben wir keine, aber in der ebenfalls neuerbauten Gehlberger Hütte "Schneekopfkugeln" probiert – eine leckere süße Spezialität (ähnlich einem Marillenknödel).

Die restlichen Wanderer verließen den Bus am Gasthaus Schmücke und wanderten ebenfalls weiter zum Treffpunkt Oberhof. Einige davon erklommen ebenfalls den Schneekopf. Unterwegs begegneten sich die beiden Gruppen. Wieder auf dem Rennsteig, ging es zur Plänkers Aussicht mit Blick auf Suhl und in die Rhön. Der große Beerberg (982 m), ein Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf, wurde umrundet und auf sehr schönen Waldwegen ging es zum Treffpunkt Oberhof.

Die Nichtwanderer wurden nach Schmalkalden gefahren, in die schönste Fachwerkstadt von Thüringen. Sie ist auch bekannt durch den Schmalkalder Bund von 1530. Hier veröffentlichte Martin Luther sein Glaubensbekenntnis. Einige gingen shoppen, andere nutzten die Zeit zum Besuch des Renaissanceschlosses Wilhelmsburg. Alle drei Gruppen trafen sich wieder in Oberhof am Bus zur Fahrt ins Hotel.


Freitag, 30. August

Gemeinsam mit Herrn Greiner fuhren wir nach Ilmenau. Hier beginnt der Goethewanderweg nach Stützerbach. Vier eifrige Wanderer verließen den Bus am Friedhof und machten sich auf den Weg von ca.18 km und einem Anstieg von ca. 780 m. Vom Friedhof über Zechenhaus in den Wald kam man zum Berggraben und zum Aussichtsfelsen "Schwalbenstein", wo Goethe an nur einem Tag den 4. Akt seiner "Iphigenie" schrieb. Ein Ort zum Verweilen, so idyllisch schön. Am Waldgasthaus Schöffenhaus trafen wir eine Kräuterfrau. Sie erzählte uns, dass früher die Kräuterhändler "auf den Strich" gingen. So nannten sie damals die Handelswege, es waren Striche in der Landschaft. Ein Naturdenkmal und Felskoloss, den "Emmastein", passierten wir auf dem Weg nach Manebach, einem Ort im Ilmtal. Anstieg zum Felsenmassiv Großer Hermannstein und dem Berggipfel Kickelhahn (861m ). An diesem höchsten Punkt der Wanderung dichtete Goethe im Jahre 1780 in einer Schutzhütte sein "Wanderers Nachtlied" (Über allen Gipfeln ist Ruh ...) Er, der oft in der Hütte übernachtete, ritzte es in die Bretterwand. Der Weg führte uns weiter zum historischen Jagdhaus Gabelbach, ein Goethemuseum und in Richtung Gasthaus Auerhahn, zum Endpunkt unserer Wanderung. Ein landschaftlich schöner Wanderweg mit vielen Fernsichten und abwechslungsreichen Wegen, und Goethe war überall präsent.

Für die anderen Teilnehmer startete der Stadtrundgang unter Führung von Herrn Greiner. Anschließend fuhr man mit dem Bus zum Jagdhaus Gabelbach. Von hier wurde auf den Kickelhahn gewandert und auch die Schutzhüte von Goethe besucht. Leider war der Turm wegen Renovierung verhüllt. Vom Gipfel aus sah man den Schneekopf, der am Vortag erklommen wurde. Zurück am Schlosshotel Gabelbach, wurde herzoglich Kaffee getrunken. Anschließend Heimfahrt ins Hotel. Herr Greiner wurde mit Beifall und Dankesworten verabschiedet.


Samstag, 31. August

Heute hatte unser Busfahrer seinen freien Tag. Vom Hotel wurde eine geführte Wanderung rund um Schnett angeboten, der sich einige von uns anschlossen. Diese Wanderung führte durch Wald- und Wiesenabschnitte, auch durch ein wildes felsiges Gebiet mit einer Schlussrast in der sehr gemütlichen Dreispitzhütte.

Die Mehrzahl fuhr mit dem öffentlichen Bus nach Masserberg und wanderte auf bequemen Waldwegen zur Werraquelle. Die Quelle wurde neu eingefasst und es entstand auch ein neues Restaurant mit gehobenem Niveau, heute ein viel besuchtes Ausflugsziel. Bei Sonnenschein mit Speis und Trank genossen sie den Aufenthalt. Auf dem Rennsteig an der Rennsteigwarte vorbei ging es zurück nach Masserberg und per Bus zum Hotel.


Sonntag, 1. September

Pünktlich um 9.00 Uhr Abfahrt vom Werrapark Resort Hotel. Unterwegs gab es einen Halt in Eisenach zur Besichtigung der Wartburg mit einer interessanten Führung. Anschließend ein gemeinsames Mittagessen ebenfalls in Eisenach.

Die weitere Heimfahrt verlief staufrei, und vor dem Gasthaus "Zur Bergstraße" in Leutershausen verabschiedeten wir uns von unserem bewährten Busfahrer Salvatore.

Herzlichen Dank an unsere Organisatorin Helga Schröder für die wunderschöne Woche in der grünen Oase von Mitteldeutschland, dem Thüringer Wald. Strahlender Sonnenschein begleitete uns die ganze Woche.